/ März 6, 2019/ Aktuelles/ 0Kommentare

In der letzten Stadtratssitzung vor Weihnachten hält der oder die Älteste einen Rückblick aufs vergangene Jahr. In dieser Rolle hat Stadträtin Ragnhild Thieler 2018 einiges gesagt, was auf die BauKulturfreunde gemünzt war. Der folgende Kommentar stützt sich auf den Bericht von Magnus Reitinger im Weilheimer Tagblatt und auf eigene Erinnerungen.

Nach Thieler ging es 2018 öfters um „Entscheidungen und Pläne für Vorhaben in unserer Stadt, die zum Teil zu heftigen Diskussionen in diesem Gremium und in der Bevölkerung führten und dabei von einigen „Bei-mir-nicht-Initiativen“ oder „Hauptsache-dagegen-Aktionen“ begleitet wurden.“

Mit den „Bei-mir-nicht-Initiativen“ waren einerseits die Einwohner in der Au gemeint, die keinen Bahnhalt wollen, andererseits die BI Heimat 2030, die gegen die Varianten der B2-Umfahrung kämpft. Mit „Hauptsache-dagegen-Aktionen“ war unser Engagement gegen die Umbaupläne am Riss gemeint. „Dafür“ oder „Dagegen“ ist jedoch eine Frage der Perspektive. Die Position der BauKulturfreunde lässt sich auch so formulieren: Wir waren (und sind) dafür, einige Maßnahmen am Riss wegzulassen (und damit Kosten zu sparen) sowie einiges anders zu machen. Leider vergeblich: Der Bauausschuss und der Stadtrat waren einfach immer dagegen.

Es hat auch nie eine Diskussion über unsere Vorschläge gegeben. Sie wurden abgeschmettert mit „Ihr wart nie im Bauausschuss“ (wo man aber bekanntlich kein Rederecht hat) oder „Das ist mehrfach so beschlossen worden“ – basta. Ebenso wenig wurden die 870 Unterschriften für unsere Vorschläge gewürdigt. 870 Bürger gegenüber 9 Mitgliedern im Bauausschuss, das ist fast 100 : 1! Obwohl die Mitglieder im Bauausschuss fachlich allesamt nur Laien sind, zählt die Stimme von jedem BA-Mitglied offenbar mehr als 100 Bürgermeinungen. Bei diesem Mangel an Argumenten und an Gesprächsbereitschaft ergibt sich der Eindruck, als sei die strikte Ablehnung aus einer „Hauptsache dagegen“- Haltung gekommen (siehe oben). Wir könnten uns damit trösten, dass die Arbeitskreise „Natur“ und „Stadtentwicklung“ der Weilheimer Agenda 21 auch nicht einbezogen worden sind. Das macht die Sache aber nur noch schlimmer.

In der Rede von Frau Thieler kam noch die rätselhafte Mahnung „Wir dürfen uns nicht spalten lassen.“ Ist es gefährlich, wenn Meinungen von außen in den Stadtrat eindringen? Recht und Pflicht des Stadtrats zu Entscheidungen sind unbestritten. Die Stadträte sind aber nicht im Alleinbesitz von Weisheit und Wahrheit. Auf die Bürger zu hören und mit ihnen zu reden, täte der Stimmung in der Stadt gut und würde das Ansehen des Stadtrats nicht schmälern, sondern heben. Wir sind „Dafür“.

Giselher Propach

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